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Erzbischof von Lemberg (Ukraine) Mieczyslaw Mokrzycki ab 5. November zu Gast im Pastoralverbund

Freu(n)de in der Ukraine

 

Am 5. November kommt der Erzbischof von Lemberg (Ukraine) Mieczyslaw Mokrzycki in unseren Pastoralverbund, um mit uns anlässlich der Kirchenweihejubiläen ein Pontifikalamt im Kiliansdom zu feiern. Er schenkte dieser Kirche am 23.2.2014 eine Reliquie des hl. Papstes Johannes Paul II., die im Marienaltar ihren Platz gefunden hat. Im vergangenen Jahr hatte der Erzbischof bei  einem erneuten Besuch in Letmathe in seine über 600 Jahre alte Erzdiözese Lemberg eingeladen. Dort leben 140.000 Katholiken in 273 Gemeinden. Vom 8. - 11. September 2017 haben wir nun die Einladung angenommen und die Diözese zu ihrem Patronatsfest und zum diözesanen Jugendtag besucht. Ein wenig Sorge hatten wir schon, weil die Ukraine immer noch ein Kriegsland ist. Diese Fahrt sollte nun u.a. auch eine „Vorfahrt“ für eine Pastoralverbunds-Gemeindefahrt sein.

 

Dass der Erzbischof früher einmal Sekretär der Päpste Johannes Paul und Benedikt war, ist nicht zu übersehen. Ihre Wappen hängen im Flur der erzbischöflichen Kurie, in der wir, nach der Abholung durch einen Diözesanpriester vom Flughafen, unsere Gästezimmer beziehen. Es ist ein großes historisches Gebäude, das man nach der dortigen „Wende“ an die Katholiken zurückgegeben hat. Ein erster Rundgang durch die nahe Altstadt, die von ihren Mauern, Gebäuden und Plätzen noch österreichisch und polnisch geprägt ist, und ein gemütlicher Abend im Biergarten schließen sich an. Das Wetter ist noch gut und es ist angenehm warm. Lemberg ist eine „junge“ Studentenstadt. Ein erster Höhepunkt folgt gleich am nächsten Morgen. Eine große Prozesssion mit fünf Bischöfen, unzähligen Priestern, Ordensschwestern, den Jugendlichen des Weltjugendtages und  vielen Gläubigen zieht  mit dem Reliquienschrein  des seligen Bischofs Jakub Strepa von der Antonius-Kirche bis zur Kathedrale durch die Stadt. Vier Soldatenpfarrer in Soldatenkleidung mit Stola tragen den Schrein. Bewegt denken wir an den Krieg im Osten, aus dem verletzte und tote Soldaten zurück nach Lemberg gebracht werden. Ein feierliches Pontifikalamt mit Willkommensgrüßen, u.a. an die deutschen Gäste, schließt sich an. In den Fürbitten wird natürlich immer um Frieden gebetet. Nachmittags folgen einige Kirchenbesichtigungen und ein Blick vom Rathausturm auf die Stadt. Beeindruckend! Schönster Sonnenschein! In die Oper? Tatsächlich, der Erzbischof lädt uns am Abend in die Oper ein! Verdis „Maskenball“ ist ein tolles Erlebnis in einem  wunderschönen Haus! Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück zum außerhalb in der Vorstadt Brcuchowice liegenden Gelände des Priesterseminars, wo auch ein Altenheim, eine Schule und ein großes Pilgerhaus mit 250 Betten gebaut wurden. Hier haben einst Priesteramtskandidaten „auf dem Bau“ gearbeitet. Hier findet nun der diözesane Jugendtag statt. Wir feiern eine „Freiluftmesse“ die von den jungen Leuten mitgestaltet wurde. Danach geht es dort zum Mittagessen und dann hinaus „auf´s Land“! 70 Kilometer vor Lemberg werden der Erzbischof und seine Begleiter zum Erntedankfest in dem kleinen Dorf Krysowie mit Marienwallfahrtskirche erwartet. Eine herzliche Begegnung mit den Gläubigen wird das! Es ist schön, die liebevoll gestalteten Erntegaben zu sehen und die fromme Haltung der Menschen zu bemerken. Eine Begegnung mit Mittagessen schließt sich an. Für die Haushälterin des Pfarrers, die Geburtstag hat, müssen – nein dürfen! – wir ein deutsches Ständchen singen: „Viel Glück und viel Segen“. Wir waren kurz davor „Happy birthday“ anzustimmen! Alle haben auch deshalb  große Freude! Dann geht es gegen Abend auf schlechten Straßen zurück. Die kirchlichen Hilfswerke „Kirche in Not“ und „Renovabis“ unterstützen die Pfarreien in den Diözesen Osteuropas. Wir sehen, dass die Unterstützung notwendig ist und Gutes bewirkt! Wieder in Lemberg angekommen besichtigen wir dann einen alten Friedhof mit historischen Denkmälern. Hier liegen polnische Dichter und Denker und ukrainische Kommunisten Seite an Seite. Am Montagmittag sind wir nach dem Packen unserer Koffer noch zum privaten Mittagessen in die historische Villa des Erzbischofs eingeladen. Es ist kein Prachtbau. Der Bischof lebt einfach. Hinter dem Haus liegt ein schöner Garten. Es ist eine freundschaftliche Atmosphäre. Wir sprechen über die Geschichte Lembergs, über die Konfessionen, die hier irgendwie miteinander auskommen müssen, aber sich nicht immer richtig „grün“ sind, weil auch die Kirche an diesem Ort ihre Geschichte hat, weil es Ängste davor gibt, dass Gläubige „abgeworben“ werden und es natürlich auch „menschelt“. Wie sprechen über eine mögliche zukünftige Gemeindefahrt und den Bischofsbesuch Anfang November. Der Bischof wird am nächsten Tag mit seinen Seminaristen nach Fatima fahren. Als wir wieder im Flugzeug sitzen und über Warschau nach Düsseldorf fliegen, wissen wir, dass uns die vielen Eindrücke noch lange beschäftigen werden und wir viel zu erzählen haben.

                                                                                                  

 

Stefan Fiolka und Pastor Niemeier