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„Suche Frieden und jage ihm nach!“ – Ministrantenwallfahrt 2018

Bericht aus Rom: Unser „Romwallfahrt-ABC“

 

Vom 28.07. bis zum 04.08.2018 fand die 12. internationale Wallfahrt der Ministrantinnen und Ministranten nach Rom statt. Auch aus dem Pastoralverbund Letmathe machten wir uns, als Teil der rund 1000 Pilgerinnen und Pilger aus dem Erzbistum Paderborn, in einer Gruppe von sieben Leuten auf den Weg nach Rom.

 

 Unsere Erlebnisse und Eindrücke haben wir in einem kleinen „Romwallfahrt-ABC“ zusammengestellt:

 

 

Audienz

Den absoluten Höhepunkt der Wallfahrt hatten wir am Dienstagabend, die Sonderaudienz mit Papst Franziskus. Bereits um 14 Uhr reihten wir uns bei glühender Hitze in die Schlange ein, um pünktlich ab 15 Uhr auf den Petersplatz zu kommen. Bis zur Ankunft von Papst Franziskus um 18 Uhr, konnten wir bereits das Vorprogramm genießen. Ab 18 Uhr nahm sich der Papst, nach einer ausgiebigen Runde über den Petersplatz in seinem Papamobil, Zeit für die rund 90.000 Messdienerinnen und Messdiener aus aller Welt: Er beantwortete Fragen und lud anschließend zum gemeinsamen Abendgebet ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blind Date

Am Mittwochabend trafen sich an 300 unterschiedlichen Orten in Rom viele Messdiener, um sich gegenseitig kennenzulernen. Dazu gab es verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Zunächst einmal wurde versucht, in fünf Minuten möglichst vielen fremden Messdienern die Hand zu reichen und seinen Namen zu nennen. Nach einem Interview mit jeweils einem anderen Messdiener wurde gemeinsam gebetet und natürlich das Mottolied gesungen.

 

CIM

CIM steht für Coetus Internationalis Ministrantium, den internationalen Verband der Ministranten und zugleich Veranstalter der diesjährigen Wallfahrt. Der Einladung des CIM sind rund 90.000 Messdienerinnen und Messdiener gefolgt, die größte Gruppe mit knapp 50.000 Pilgern kam dabei aus Deutschland. Auch dabei waren unter anderem Messdiener aus Belgien, Tschechien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Ungarn, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei und den USA.

 

Dauerhitze

Bei gefühlten 50°C und knallender Sonne ist es nicht wenig anstrengend, den gesamten Tag lang Rom zu erkunden. Dennoch ließen wir uns nicht davon abhalten, einige Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Forum Romanum zu besuchen. Glücklicherweise konnten wir uns abends über eine Klimaanlage im Hotel freuen.

 

Eis

Es gibt definitiv nichts Besseres zur Abkühlung in Rom als Eis. Zumal das Eis ganz ohne Frage nicht nur besser schmeckt als in Deutschland, sondern die Portionen (für weniger Geld) sogar größer ausfallen. Auch wenn man wohl (fast) an jeder Ecke in Rom sein Eis bekommt, habe wir dennoch unsere zwei Lieblingseisdielen gefunden.

 

Franziskus

Papst Franziskus, das Oberhaupt der katholischen Kirche, war wohl das Highlight unserer Wallfahrt. Als er freundlich winkend über den Petersplatz fuhr, herrschte eine freudige Stimmung bei der gesamten Gruppe. Mit einigen Teilnehmern tauschte er sogar seinen weißen Pileolus. Anderen überreichte er ein kleines Geschenk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinschaft

Auch wenn die Anzahlen unserer Messdienerinnen und Messdiener im Pastoralverbund leider sinken, sind wir dennoch eine starke Gemeinschaft!

Doch in Rom konnten wir nun erleben, dass unsere Gemeinschaft vor Ort nur ein sehr kleiner Teil einer noch viel größeren Gemeinschaft von Messdienerinnen und Messdienern ist und das nicht nur in Deutschland (mit insgesamt rund 360.000 Messdienern), sondern international. Alle Messdiener auf der Welt verbindet der gemeinsame Dienst für Gott und für die Menschen in ihrer jeweiligen Gemeinde vor Ort.

 

Herausforderung(en)

Durch neue Erfahrungen brachte unsere Reise natürlich auch neue Herausforderungen mit sich. Zum einen das Aushalten der Hitze, zum anderen das Finden von Orientierung in der Großstadt. Teilweise gab es sprachliche Barrieren, die durch gegenseitige Hilfe überwunden werden konnten. Die wohl größte Herausforderung aber war es, Frieden zu finden und zu verbreiten, in Frieden mit sich selbst zu leben, um Frieden zu den anderen Menschen zu tragen.

 

Italien

Das typisch italienische Essen, wie Pasta und Pizza hat uns allen sehr gut geschmeckt. Sehr amüsant fanden wir die Begründung eines Stromausfalls in einer Pizzeria. Nachdem das Licht ausgegangen war, erzählte die Bedienung einfach, es sei ihr Geburtstag. Nachher stellte sie allerdings klar, dass sie an diesem Tag nicht wirklich Geburtstag hätte.

 

„Jesus lebt!“

„Halleluja!“, antworteten die (zumindest deutschsprachigen) versammelten Messdienerinnen und Messdiener im Vorprogramm der Papstaudienz. In seinem Grußwort vor der Audienz rief Jugendbischof Stefan Oster dazu auf, mit „Halleluja!“ zu antworten, jedes Mal, wenn er „Jesus lebt!“ sagt.

Es mag für einen Außenstehenden sonderbar erscheinen, doch breitete sich durch diese „Parole“ auf dem Petersplatz eine sehr belebende Stimmung aus. Auch nach der Audienz, auf den Straßen Roms, hörten wir vereinzelt den Ruf: „Jesus lebt!“ – „Halleluja!“

 

Kolosseum & Forum Romanum

Die antiken Stätten Roms mögen für viele nur ein „paar alte Steine“ sein, doch diese alten Steine erzählen Geschichten von längst vergangenen Jahrhunderten. In Rom ist es daher immer wieder spannend, sich klar zu machen, welche Ereignisse dort zum Teil vor weit über 1000 oder sogar 2000 Jahren stattgefunden haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebhaftes Treiben

Bei solch einer großen Anzahl von Ministrantinnen und Ministranten in der Stadt herrschte überall lebhaftes Treiben. Verschiedenste Menschen trafen aufeinander, tauschten viele bunte Pilgertücher oder Pins ihrer Armbänder untereinander aus und hatten einfach Freude am Beisammensein. Es war schon fast wie eine riesengroße Party, die sich auf ganz Rom verteilte.

 

Motto(lied)

„Suche Frieden und jage ihm nach!“, das Motto dieser internationalen Ministrantenwallfahrt, stammt aus dem Psalm 34,14.

Das am häufigsten gesungene Lied in Rom, war ohne Frage das dazugehörige Mottolied. Der Refrain des Liedes wird beim Singen durch Gebärdensprache untermalt. Das Lied selbst ruft dazu auf „immer ein Werkzeug des Friedens“ zu bleiben und wer Jesus findet, der findet auch den Frieden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Erfahrungen

Neues Land, neue Stadt, neue Menschen, neue Erfahrungen. Durch alle unsere gesammelten Erfahrungen, durch unseren Frieden sind wir nun gestärkt für unseren Alltag zuhause.

 

Orare

Für die, die der lateinischen Sprache nicht so mächtig sind, orare heißt „beten“:

Wir Messdienerinnen und Messdiener des Erzbistums Paderborn haben uns an insgesamt zwei Abenden in der Kirche San Gregorio VII zum gemeinsamen Abendgebet getroffen. Jugendpfarrer Stephan Schröder betrachtete in seinen Predigten jeweils unterschiedliche Aspekte unseres Mottos.

Umrahmt wurde die Wallfahrt durch den Eröffnungsgottesdienst (ebenfalls in der Kirche San Gregorio VII) und den Abschlussgottesdienst in der Basilika Santa Maria Maggiore.

 

Petersdom

Nach mehr als zwei Stunden, in denen wir auf dem Petersplatz in der Schlange standen, durften wir endlich den gewaltigen Petersdom bestaunen. Die gigantische, hohe Kuppel und der viele Prunk beeindruckten uns enorm. Zudem hatten wir das Glück, dem füllenden Klang der Orgel zu lauschen, während eine Messe nach der anderen stattfand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Quelle des Friedens

Frieden ist ein Geschenk Gottes, das uns zu verwandeln vermag. Wenn wir in der Heiligen Messe von seinem (Jesu) Leib essen, können wir fühlen, denken und lieben, wie er es getan hat und tut. Wenn wir uns in jeder Situation fragen, wie würde Jesus an meiner Stelle handeln und wir dann so handeln wie er, werden wir zu Friedensstiftern in unserem Alltag, in unseren Familien, in der Welt – so Papst Franziskus bei der Sonderaudienz auf dem Petersplatz.

 

Rosenkränze

Aus unserer Gruppe haben ein paar Mitfahrer einen Rosenkranz im Petersdom gekauft. Die Auswahl war riesig. Auf einigen „Modellen“ ist sogar ein Bild vom Papst zu sehen. Beim Abschlussgottesdienst wurden sie dann in der Basilika Santa Maria Maggiore gesegnet.

 

Stimmung auf der Spanischen Treppe

Abends verwandelte sich die spanische Treppe zu einer richtigen „Partymeile“. Bei Gesang, Tanz und ganz viel Spaß trat das Gemeinschaftsgefühl der ganzen Ministranten zum Vorschein. Besonders die bayerischen Messdiener traten hervor, da sie eine der am stärksten vertretene Gruppe waren.

 

  

Tiber

Der Tiber fließt quer durch Rom. An der Promenade kann man an der frischen Luft gut entlang schlendern. Jedoch ist der Fluss nicht gerade sehr sauber und die Obdachlosigkeit unter den Brücken zeigt die Armut und Schattenseiten der Stadt.

 

Unterwegs

Wallfahrt heißt so viel wie unterwegs sein mit einem ganz bestimmten Ziel. Wir waren unterwegs in Rom, haben getreu dem Motto dieser Wallfahrt den Frieden gesucht und ihn in der Gemeinschaft der zahlreichen Ministranten aus aller Welt und in unserer Beziehung zu Jesus gefunden. Nun sind wir wieder unterwegs im Alltag, als Messdiener unseren jeweiligen Gemeinden, doch weiterhin unterwegs – wie alle Menschen – im Auftragt des Friedens.

 

Vatikan

Am Mittwochmorgen besuchten wir die Vatikanischen Museen. Dadurch bekamen wir einen Einblick in die Sixtinische Kapelle, die von Michelangelo gestaltet wurde. Die Vielzahl der Gemälde ist wirklich beeindruckend, wobei leider nicht viel Zeit bleibt, um die Kapelle zu bestaunen, da man eigentlich nur „durchgeschleust“ wird, weil viele Menschen diese Kapelle besuchen. Interessant waren aber auch die Fahrzeuge des Papstes, die in einer Ausstellung gezeigt wurden.

 

Wasser (Abkühlung)

Sobald ein Trinkbrunnen in Sicht war, herrschte viel Freude in unserer Gruppe. Das Wasser diente nicht nur dem Auffüllen unserer Trinkflaschen, sondern war auch eine angenehme Abkühlung. Für einen besonderen Frische-Kick sorgten kalte Flaschen im Nacken.

 

X

Wege, die sich kreuzen. In Rom sieht man viele neue Gesichter. Durch Gespräche lernt man andere Messdiener kennen und kann sich austauschen. So plant unsere Gruppe zum Beispiel ein Nachtreffen mit anderen Gruppen, die im selben Bus und Hotel waren wie wir.

 

„Yea!“

„Reach out to join hands, live God`s mercy, yea.” („Reicht euch die Hände, lebt Barmherzigkeit.“)

Mit diesem Zitat aus dem Mottolied sind wir zurück nach Hause gefahren, zurück in unsere Familien, in unseren Alltag. In uns selber haben wir den Frieden gefunden. Wir selber können nun durch Jesus Christus Friedensstifter sein und den Frieden in unserem Alltag zu unseren Verwandten, Bekannten, zu neuen Menschen bringen.

 

Zwei Seiten der Stadt

Zu guter Letzt, da wir bisher (fast) nur positive Aspekte der Fahrt und der Stadt benannt haben, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es zwei Seiten der Stadt gibt: Auf der einen Seite gibt es die prunkvollen Basiliken, Kirchen und antiken Stätten. Auf der anderen Seite sieht man aber die Obdachlosigkeit am Hauptbahnhof und unter den Brücken oder auch die Prostitution.

  

Lisa Kowalewski und Christian Scholz