Maria Königin Lasbeck

25-jähriges Jubiläum 1989 - Aus der Rede von Karl Hammerschmidt

Vor gut 31 Jahre mussten wir Katholiken aus Lasbeck und Stenglingsen die St. Josef-Gemeinde Nachrodt, wegen der Gründung der Diözese Essen, verlassen. Das war für uns, die wir dort fest verwurzelt waren, ein harter Brocken. Wir hatten das Gefühl, dass hier die Bürokratie die christliche Nächstenliebe besiegt hatte.

Wie sollte es nun weitergehen?

Einige unserer Leute machten sich auf den Weg zum Pfarramt  der St. Kilian-Gemeinde in Letmathe und trugen den Wunsch vor, dort aufgenommen zu werden. Mit dem Hinweis die St. Kilian-Gemeinde habe nur drei Seelsorger und könne die zusätzliche Belastung nicht auf sich nehmen, wurde diesem Wunsch nicht entsprochen. Man erklärte, die Eingliederung in die Herz-Jesu Gemeinde Grüne sei bereits beschlossene Sache. In Zukunft würde dort ein Vikar als zweite Kraft winken und damit sei unsere Betreuung gesichert.

In den nun folgenden gut sechs Jahren feierten wir die Eucharistie in der Lasbecker Schule. Zwischendurch hörten wir des Öfteren, dass der Grüner Kirchenvorstand in Paderborn den Bau einer Filial-Kirche in Lasbeck zu erwirken versuchte. Und eines Tages war es so weit: das Ja aus Paderborn war eingegangen. Schnell wurde ein Architekt gefunden und beauftragt, ein Modell der Kirche nach seinen Vorstellungen zu fertigen. Derweil tat sich in Lasbeck-Stenglingsen auch einiges. Zunächst wurde ein Kirchbauverein gegründet und um die Mitgliedschaft geworben. Das Echo war groß. Die Einsicht für die Notwendigkeit des Kirchbaus bei entsprechender Mitfinanzierung war vorhanden.

Etwa 60-70 Mitglieder wurden geworben, bei einer Gesamtgröße der Filial-Gemeinde von nicht ganz 300 Seelen. Der Verein wurde sofort aktiv. Grundstücksprobleme gab es nicht, denn das geeignete Gelände wurde (von Fam. Humpert) großzügig geschenkt. Einsatzfreudige Männer fällten bald die zum Teil schon bejahrten schweren Buchen, die dem Baum im Wege standen.

So konnte schon im Dezember (2.12.1961) 1961 der erste Spatenstich getan werden, wozu der selbst die Musik lieferte, in Form von Blitz und Donner, für diese Jahreszeit ungewöhnlich. Inzwischen hatte das Modell unserer Kirche in Paderborn Zustimmung gefunden und nachdem die Finanzierung restlos gesichert war, konnte mit dem Bau begonnen werden.

Das Jugendheim unter der Kirche war zunächst nicht geplant, wurde dann allerdings aufgrund der günstigen Hanglage ohne wesentliche Mehrkosten in den Gesamtplan mit einbezogen.

Anfang 1964 war es dann soweit, der Kirchbau ging seiner Vollendung entgegen und die Inneneinrichtung musste her. Die Kirchenbänke sowie die gesamte Sakristeieinrichtung wurden zu Lasten der Filialgemeinde in Auftrag gegeben. Einige Tage vor der Kirchweihen konnte dann noch schnell, von einem Fachmann, eine Orgel aufgebaut werden, ein gebrauchtes Instrument.

Der Tag der Kirchweihe, der 2. Ostertag 1964, war für uns ein Tag voller Freude und Dankbarkeit.

Dies verstärkte noch Weihbischof Nordhus, der die Weihhandlung ausführte, erklärte, dass er kaum eine Kirche geweiht hat, die sich so perfekt dar-stellt wie die Unsere.

In den ersten Jahren sind hier in Stille mit viel Lieben und Geschick Paramente (Kirchengewänder) in allen liturgischen Farben angefertigt worden. Alles für Gotteslohn.

Ein Wort des Dankes gilt unserer Muttergemeinde, die uns wiederholt beigestanden und zuletzt noch die schöne neue Innenbeleuchtung geschenkt hat.

Zum Schluss noch ein persönliches Wort:

Die Tatsache, dass wir hier in den vergangenen 25 Jahren über 2000 mal die Eucharistie feiern konnten und dazu noch oftmals die Sakramente der Taufe, Buße und der Ehe gespendet wurden, überragt doch alles vorher aufgeführte himmelhoch.

Das erst macht den Sinn dieses Festes aus und erfüllt das Herz mit Freude und Dankbarkeit.

Möchten doch immer mehr Menschen der Einladung Gottes zu seinem Gastmahl folgen und nicht mit tausend Entschuldigungen dieses Liebesangebot zurückweisen.

Es ist mein Wunsch, dass nach abermals 25 Jahren, sich hier wieder eine lebendige Gemeinde versammelt, um mit Lob und Dank das Kirchweifest zu feiern.